Rom als sakrale Landschaft vom Mittelalter bis zur Neuzeit

Rom als sakrale Landschaft vom Mittelalter bis zur Neuzeit

Organisatoren
Professur für Bayerische Landesgeschichte und europäische Regionalgeschichte, Universität Passau; Professur für Kirchengeschichte und christliche Identitäten, Universität Passau; Römisches Institut der Görres-Gesellschaft, Campo Santo Teutonico, Vatikanstadt
Ort
Vatikanstadt
Land
Vatican City State (Holy See)
Fand statt
In Präsenz
Vom - Bis
23.03.2023 - 25.03.2023
Von
Simon Meier, Professur Bayerische Landesgeschichte und europäische Regionalgeschichte, Universität Passau

Mit der Zielsetzung, Rom auf Grundlage des spatial turn in historischer Perspektive als gesellschaftlich konstruierten Raum in den Blick zu nehmen, organisierten die Professur für Bayerische Landesgeschichte und die Professur für Kirchengeschichte an der Universität Passau in Zusammenarbeit mit dem Römischen Institut der Görres-Gesellschaft die internationale Tagung am Campo Santo Teutonico im Vatikan. Im Zentrum der thematisch und zeitlich breit gefächerten Vorträge standen religiöse, soziale, kulturelle und wirtschaftliche Aspekte historischer Raumvorstellungen. Weniger das physische Rom, sondern vielmehr religiös-kulturelle Konstruktions- und Transformationsprozesse der Stadttopographie – die mental map(s) Roms – standen im Mittelpunkt der Vorträge.

Auf Grundlage archäologischer und literarischer Quellenbefunde analysierte SASCHA PRIESTER (München), welche antiken Monumente innerhalb der christlichen Sakraltopographie Roms mit der Kreuzigung des Apostels Petrus verknüpft waren. Ikonographischen Traditionen gemäß findet sich das Petruskreuz auf dem ager Vaticanus zwischen zwei gleichförmigen Bauwerken abgebildet – inter duas metas. Meta kann dabei sowohl als konkreter, nach oben spitz zulaufender Körper verstanden werden, in abstrahierender Lesart jedoch auch als Schwelle vom Tod zu neuem Leben. Über Jahrhunderte hinweg erfüllten unterschiedliche römische Monumente und Orte die Rolle der metae. Die Reliefdarstellung auf dem mittleren Eingangsportal des Petersdoms etwa zeigt die Kreuzigung Petri von zwei Pyramidengrabmälern umrahmt, zwischen denen sich das Hadriansmausoleum und ein Terebinthenbaum befinden. Priester betonte, dass diese Abbildung nicht als realhistorische Darstellung, sondern als verbildlichter Topos zu verstehen sei. Spätmittelalterlichen Vorstellungen zufolge wiederum galt der Circus des Caligula, dessen Standort sich teils mit dem heutigen Petersdom überlagert, als Kreuzigungsort. Der vatikanische Obelisk, der sich ursprünglich inmitten dieses Circus befand, wurde deshalb als plastischer Erinnerungs- und Huldigungsort für das Martyrium Petri am Seiteneingang von Alt-St.-Peter platziert. Da die Sakraltopographie auf dem ager Vaticanus kontinuierlichen Transformationen unterlief, wandelten sich die zugehörigen Vorstellungen über den Ort von Kreuzigung und Grab Petri im Laufe der Geschichte ebenfalls. Die im jeweiligen historischen Kontext einbezogenen Monumente dienten stets als Wegweiser und Identifikationsobjekte für christliche Wallfahrer, fungierten also zuvorderst als mediale Ausdrucksformen, die mit einer religiösen Sinnkonstruktion verknüpft waren.

LEIF INGE PETERSEN (Trondheim) nahm byzantinische Einflüsse in der frühmittelalterlichen römischen Sakrallandschaft in den Blick. Im Rom des 7. Jahrhunderts dominierten Perspektiven, die den östlichen und westlichen Teil des Reiches aufgrund dynastischer Veränderungen, bürgerkriegsähnlicher Auseinandersetzungen und christologischer Streitigkeiten trotz ähnlicher Gesellschaftsstrukturen als separate Entitäten begriffen. Die islamische Expansion verursachte weitgreifende Fluchtbewegungen und führte dazu, dass der in Konstantinopel residierende Kaiser Konstans II. seinen Aktions- und Herrschaftsschwerpunkt vermehrt nach Westen verlagerte. Zeitgleich befand sich die christliche Topographie Roms in einer grundlegenden Transformationsphase. Da Neubauten und Umgestaltungen öffentlicher Gebäude der kaiserlichen Zustimmung bedurften, entstanden nun vermehrt Kirchen nach byzantinischem Vorbild. Konstans’ Treffen mit dem Papst in Rom – der erste kaiserliche Aufenthalt in der Stadt seit beinahe 200 Jahren – wirkte diesbezüglich als Impulsgeber und ließ zugleich auf einen sich verändernden politischen Hintergrund schließen. Petersens These: Besonders die Mosaike in Märtyrerkirchen wie Santo Stefano Rotondo würden durch das Aufgreifen byzantinischer Ikonographie bewusst imperiale Autoritäten verteidigen. Die Darstellungsweise von Klerikern und Soldaten ließe Rückschlüsse auf die dahinterstehenden sozialen Gefüge zu, die ihrerseits über eigene Netzwerke und Kirchen verfügten. Bis zu einem gewissen Grad erlaubten die vorhandenen Quellen daher eine differenziertere Beschreibung sozialer Schichten. Dass es sich bei den ikonographischen Elementen nicht etwa um Fantasiedarstellungen handelte, sei anhand der konservativen byzantinischen Militäruniformierung belegbar.

STEFAN HEID (Rom) widmete sich der römischen Sakraltopographie im 4. und 5. Jahrhundert mit Schwerpunkt auf der Lateranbasilika und ihren „Satellitenkirchen“ Santa Maria Maggiore, Santa Croce in Gerusalemme und Santo Stefano Rotondo. Dieser sakralen Landschaft lag weniger ein urbanistisches Metakonzept als ein historisch gewachsener Kristallisationsprozess zugrunde, der nach Steffen Diefenbach mit der sukzessiven Verlagerung der Memoria vom christianisierten Kaiserkult Konstantins hin zum alleinigen Christuskult zusammenhing. Durch die (teils hypothetische) Deponierung prominenter Kontaktreliquien um den Lateran entwickelte sich eine prototypische Stationsliturgie. Um 330 wurden Teile des Golgothakreuzes in die Kirche Santa Croce, eine Filialkirche des Lateran, gebracht. Die im ersten Drittel des 5. Jahrhunderts als Zeichen päpstlicher Autorität gestiftete Basilika Santa Maria Maggiore auf dem Esquilin, dem höchsten Hügel Roms, war dem plebs Dei gewidmet und fungierte damit als Kirche des römischen Stadtvolkes. Heids Thesen zufolge sei die Kirche für die Krippenreliquie aus Betlehem erbaut und dem Weihnachtsfest geweiht worden. In Santo Stefano Rotondo wiederum wurden mutmaßlich die Steine aus dem Martyrium des Stephanus verehrt. Um die Reliquienexposition in den Satellitenkirchen des Lateran keimte ein identitätsstiftendes liturgisches System, das von außen nicht sichtbar, sondern einzig von Memoria und Ritus getragen war. Alle drei Kirchen nahmen in zeitlicher Abfolge der Hauptfeste, mit ihrer geographischen Ausrichtung und durch ikonographische Elemente (Mosaike) aufeinander Bezug.

Den Gegensatz von Zentrum und Peripherie in den Briefsammlungen venezianischer Adeliger des 15. Jahrhunderts thematisierte LEONARD HORSCH (München). Um gegenüber konkurrierenden Amtsträgern bestehen und an Verteilungswettkämpfen partizipieren zu können, entwickelten Venezianer, die mit Ämtern fernab des zentralen Venedig betraut waren, eine politische Kommunikationsstrategie. In Briefkampagnen, die an Adelige in Schlüsselpositionen, einflussreiche Intellektuelle oder kirchliche Würdenträger adressiert waren, konstruierten sie ein kulturelles Raumgefälle. Topographische und ethnologische Beschreibungsmuster dienten dazu, die Peripherie als zivilisatorisch unterlegen und die städtische venezianische Kultur implizit als überlegen darzustellen. Eine konsistente Cicero-Rezeption erlaubte es, in den Briefsammlungen das Bild einer zivilisatorischen Mission zu suggerieren: Der gebildete Venezianer könne die „slawische Barbarei“ durch seine Gelehrsamkeit überwinden und auf diese Weise das drohende kulturelle Verderben verhindern. Von patristischen und humanistischen Einflüssen geprägt, stilisierten Amtsträger in der Peripherie ihre Handlungen zur christlichen Caritas, priesen ihren tugendhaften Lebenswandel und schrieben sich selbst politische Reformen in der Terraferma zu, um eine positive Außenwirkung zu erzielen. Die Briefe, die in den politischen Gremien des städtischen Venedigs teils öffentlich verlesen wurden, sollten durch Äußerungen physischer und psychischer Erschöpfung zugleich Mitleid gegenüber den Standesgenossen erregen. Derartige Musterbriefsammlungen fanden als kommunikationsstrategische Lehrstücke und insbesondere in der Ausbildung des politischen Nachwuchses Verwendung. Horsch betonte, dass darin kein realer Raum beschrieben, sondern lediglich ein rhetorisches Konstrukt aufgebaut werde, um dezidiert machtstrategische Interessen zu verfolgen. Letztlich offenbarten die Briefe Bruchstücke eines historischen Netzwerkes, das innerhalb eines selbstreferentiellen, emotionalisierten Diskurssystems manövrierte.

Am Beispiel des Rione Ponte erörterte BRITTA KÄGLER (Passau) wirtschaftliche Aspekte der römischen Sakraltopographie am Übergang zur Frühen Neuzeit. Der dezentral im Tiberknie gelegene Stadtteil war ursprünglich Teil des Marsfeldes und besaß durch zwei querende Brücken in der Antike als Durchzugsgebiet überwiegend strategische Bedeutung. Das Gebiet, das regelmäßig überschwemmt war und durch die Abwesenheit wohlhabender Schichten kaum Finanzkraft aufweisen konnte, wurde nicht in die sich herausbildende christliche Sakrallandschaft integriert. Die Zeit des avignonesischen Papsttums und des Abendländischen Schismas ließen den Rione jedoch zum bevölkerungsreichsten Gebiet der Stadt anwachsen. Es entstanden verdichtete Siedlungsinseln mit wehrhaften Palazzi, und durch die Aufschüttung von Trümmerbergen stieg das Bodenniveau bedeutend an, was eine dauerhafte Besiedlung ermöglichte. Die Verlegung der päpstlichen Residenz in den Vatikan erwies sich für den Rione Ponte als entscheidende Zäsur. Bevölkerungswachstum, Bauboom und eine Revitalisierung des Marsfeldes ließen das Gebiet vom vernachlässigten Durchzugsraum zu einem wirtschaftlichen Zentrum aufsteigen. Der Rione entwickelte sich zum Herbergs- und Devotionalienviertel für christliche Pilger. Zeitgleich siedelten sich Florentiner Bankiers an, wodurch die Immobilienpreise stiegen und sich die soziale Zusammensetzung grundlegend änderte. Trotz breiter quellenbedingter Leerstellen war der Stadtteil Pilgerberichten zufolge gerade für päpstliche Huldigungszeremonien von Bedeutung. Neben Kontinuitätslinien verliehen dem Rione Ponte grundlegende sozialstrukturelle Wandlungsprozesse seine historische Gestalt als infrastrukturelle und wirtschaftliche Erweiterung der christlich geformte Stadtgestalt. Um die Bedeutung derartiger mikrokosmologischer Untersuchungen hervorzuheben, betonte Kägler, die einzelnen Rioni mit ihren individuellen Strukturmerkmalen als Teil der römischen Sakraltopographie zu begreifen, würde den Blick entscheidend erweitern.

EVA-MARIA SCHREINER (Passau) fragte nach sakralisierenden Elementen in der touristischen Topographie Roms um 1700. Im Mittelpunkt der Betrachtungen stand das Forum Romanum, das als essentieller Bestandteil von Kavalierstouren, bürgerlichen Bildungs- und Prinzenreisen obligatorischer Inhalt des frühneuzeitlichen Bildungskanons war. Indem sie antike Kultur, Sprache und Geschichte als „goldenes Zeitalter“ anpriesen, produzierten die zur praktischen Reisevorbereitung rezipierten Handbücher (Apodemiken) allerdings bereits im Vorfeld der Romreise eine überhöhte Erwartungshaltung. Die zur Maxime erhobene „Suche nach der Essenz vergangener staatlicher Glorie“ in antiken Monumenten beförderte diese Sakralisierung des römischen Stadtraumes zusätzlich. Zwischen den in literarischen und bildlichen Darstellungen transportierten Idealvorstellungen und den tatsächlich vorgefundenen Begebenheiten offenbarten sich daher substantielle Diskrepanzen. Gerade der östliche Teil des Forum Romanum, der Campo Vaccino, diente als Weideland für die Viehzucht, und antike Monumente waren lediglich partiell freigelegt. Neben gedruckten Reiseberichten zeigte Schreiner vor allem anhand der Diarien des bayerischen Kurprinzen Karl Albrecht auf, dass die Identifikation mit antiken Vorbildern für den adeligen Nachwuchs einen hohen Stellenwert einnahm. Cicerioni, professionelle Fremdenführer, verliehen diesem historischen Bildungsanspruch konkrete Gestalt. Der Konstantinsbogen, der militärischen Erfolg und christliche Symbolik mit einem ansehnlichen Erhaltungszustand vereinte, fungierte als Kristallisationspunkt der touristischen Topographie Roms und wurde als mustergültiges Objekt quellenübergreifend hervorgehoben. Als sakralisiertes Symbol der römischen Antike konnte das Forum Romanum letztlich von unterschiedlichen Gruppen zur aufklärerischen, konfessionellen oder ständischen Selbstvergewisserung nachempfunden und instrumentalisiert werden.

FILIP MALESEVIC (Fribourg) zeigte auf, wie die nach dem Trienter Konzil initiierte Neuausgabe der Vulgata durch spezifische Bildprogramme versuchte, die Wahrnehmung Roms als sakrale Heilslandschaft zu bekräftigen. Mit der Drucklegung der mehrsprachigen Biblia Polyglotta unter der Ägide von Benito Arias Montano in Antwerpen begann ein europäischer Wettbewerb um die Herausgabe einer authentischen Heiligen Schrift. Innerhalb der römischen Kurie entstanden neue Impulse für die Überarbeitung der Vulgata, mit der die römische Indexkongregation betraut wurde. Die 1571 eingerichtete Behörde wirkte nicht nur als zentrales Zensurorgan, sondern war auch für die Durchführung derjenigen Konzilsbeschlüsse zuständig, die kuriale und kirchliche Schriftproduktion betrafen. Der Gelehrtenkardinal und Präfekt der Indexkongregation, Guglielmo Sirleto, der maßgeblichen Einfluss auf Papst Gregor XIII. ausübte, erwies sich in diesem Prozess als Schlüsselfigur. Im Zuge eines sich wandelnden Bibeldenkens und kontroverstheologischer Debatten intendierte Sirleto, in der revidierten Vulgata die hebräischen und griechischen Urtexte verstärkt zu berücksichtigen. Die Integration „pastoraler Landschaftsmalereien“ sollte dabei den urbanen Charakter der römischen Stadttopographie mit Narrativen der Heilsgeschichte unterlegen. Dieses Vorhaben war im Kontext des Heiligen Jahres 1575 zu verstehen, das Rom als sakrale Heilslandschaft, als Pilgerzentrum der Welt, präsentierte. Sirleto, der auf eine breitenreligiöse Kommunikation und die Verbindung von Kirchengeschichte und Patristik abzielte, verfasste selbst Annotationen zum Neuen Testament. Obwohl die vorbereite Vulgata-Edition letztlich nicht verbreitet wurde, übten Sirletos Impulse besonders durch den Aufbau eines kurialen Klientelsystems Einfluss auf nachfolgende kuriale Transformationsprozesse aus.

In seinem öffentlichen Abendvortrag skizzierte CHRISTIAN HANDSCHUH (Passau) unter Rückgriff auf die Entwicklungen im Bistum Passau, wie sich Rom als eine wahrgenommene sakrale Landschaft in die Raumvorstellungen deutscher Katholiken zwischen 1860 und 1920 integrierte. Als hermeneutische Grundlage diente dem Referenten die „historische Raumanalyse“, die es ermögliche, die gruppenspezifische Konstruktion religiöser Räume und damit die mit einer Romwallfahrt verknüpften räumlichen Topoi zu verstehen. Im Kontrast zur Katholischen Aufklärung etablierte der Ultramontanismus ein auf Traditionslinien begründetes ekklesiologisches Raummodell, das sich um die Ämter des Priesters, des Bischofs und des Papstes strukturierte. Das Wiederstarken der katholischen Identität Anfang des 19. Jahrhunderts bildete dafür die entscheidenden Voraussetzungen. Auch im Bistum Passau setzte eine von ultramontaner Frömmigkeit getragene, hierarchisch „organisierte Raumverdichtung“ ein. Anton de Waal, langjähriger Rektor des Campo Santo Teutonico, trat durch seine umfassende Publikations- und Netzwerktätigkeit als zentraler Kommunikator einer spezifisch-ultramontanen Romvorstellung auf. Den Kern dieser Raumkonstruktion bildete Rom als Zentrum der Kirche, deren Vergangenheit in den historischen Monumenten der Stadt weiterhin lebendig erschien. Die ekklesiologische Dimension des römischen Stadtraumes – die wahre Erkenntnis – sei damit alleinig den gläubigen Katholiken vorbehalten gewesen. Für de Waal waren zwei Faktoren entscheidend, die der Pilgerfahrt nach Rom ihren exzeptionellen Charakter verliehen: die Verbindung zu den Aposteln Petrus und Paulus sowie die exemplarische Erlebbarkeit von antikem christlichem Alltagsleben in Form der zeitgenössisch erschlossenen Katakomben, die eine identitätsstiftende Verbindung zu den frühen Christen ermöglichten.

Obwohl den einzelnen Fachdisziplinen jeweils spezifische Raumkonstruktionen zugrunde lagen, die sowohl begrifflich als auch methodisch auf unterschiedliche Weise verknüpft waren, bestand das entscheidende Charakteristikum der Tagung „Rom als sakrale Landschaft vom Mittelalter bis zur Neuzeit“ in der epochenübergreifenden Darstellung von Wechselwirkungen zwischen tatsächlichem Raum und versinnbildlichten, narrativen Raumvorstellungen. Das Verständnis, Raum als soziale Konfiguration wahrzunehmen, als Ergebnis gesellschaftlicher Dynamiken, die dem Interesse sozialer Gruppen entsprangen, durchzog sämtliche Beiträge. „Raum“ erwies sich damit vor allem als Topos, mit dem sich interdisziplinär – von der Soziologie über die Geographie bis zur Geschichtswissenschaft und Theologie – forschen lässt. Dadurch wird es einzelnen Projekten möglich, in einem Prozess, in den eine Vielfalt von Perspektiven und Fachkulturen eingebunden werden kann, zu verschmelzen, ohne individuelle Akzentuierungen aufgeben zu müssen. Durch eine verstärkte Verbindung von Kirchen- und Landesgeschichte ermöglichte die Tagung erste Impulse für derartige epochen- und disziplinübergreifende Forschungsperspektiven.

Konferenzübersicht:

Sascha Priester (München): Alles Nero, oder was? Antike Monumente auf dem ager Vaticanus als Wegweiser christlicher Sakraltopographie

Leif Inge Petersen (Trondheim): The Sacral Landscape of Rome in the 7th Century from Global to Local History in a Late Antique Society

Stefan Heid (Rom): Der Lateran und seine Satellitenkirchen, oder: Wie Reliquien Raum ergreifen

Leonard Horsch (München): quia sum in hac regione remotissima – Zentrum und Peripherie in den Briefen venezianischer Humanisten des Quattrocento

Britta Kägler (Passau): Wirtschaftliche Aspekte sakraler Stadträume am Beispiel des Rione Ponte am Übergang zur Frühen Neuzeit

Eva-Maria Schreiner (Passau): Hat keiner die Kuh vor dem Tempel gesehen? Touristische Topographien um 1700 am Beispiel des Campo Vaccino

Filip Malesevic (Fribourg): Arkadien des Heils. Das Rom der Indexkongregation zwischen Kardinal Guglielmo Sirleto und Benito Arias Montano

Christian Handschuh (Passau): Ein Hauch von Rom. Klostergründungen und Pilgerwege im Bistum Passau im 19. und 20. Jahrhundert

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